Okt
2
2009
Usability des Dollars
Author: januszMan denkt ja immer Geld ist Geld, und bei der Waehrung die man momentan im Portmonaie hat kommt es nur auf den Wechselkurs an, allerdings sind wir Europaer mit unserer sehr neuen Waehrung echt verwoehnt. Kanada hatte in den letzten Jahrzehnten erst eine Waehrungsreform und daher aehneln die Scheine von der Qualitaet her sehr dem Euro. Etwas ganz anderes allerdings ist der Dollar.
Sobald man die ersten Dollar Scheine in der Hand hat merkt man, diese Waehrung ist alt. Das Design ist ausgeblichen und einfallslos und die Scheine sind oft so gebraucht, dass sie sich eher anfuehlen wie ein Taschentuch als ein Geldschein. In den oeffentlichen Verkehrsmitteln, wo ein Dollar Scheine ein haeufiges Zahlungsmittel sind, spiegelt sich das auch an den Automaten wieder. Mit einem Schein im Bus zu zahlen gestaltet sich einfach schon von der Handhabung schwierig. Die Muenzen sehen eher aus wie Muenzen aus einem Piratenschatz als etwas dass man taeglich in der Tasche hat. Es wuerde mich sehr interessieren was der Durchschnittsamerikaner zu dem Design des Euros sagen wuerde, wenn er ein paar davon in der Hand hat.
Bis jetzt alles Geschmackssache koennte man sagen. Die richtigen Probleme fangen allerdings an wenn man verschiedene Scheine besitzt.
Bis auf die Zehner, die in ihrer Farbe leicht an die Financial Times erinnern sind die Scheine alle sehr farblos und nicht von einander zu unterscheiden. Vorder- und Rueckseite des ein Dollarscheins unterscheiden sich staerker als ein und fuenf Dollar Schein. Jeder Griff in den Geldbeutel wird zum laengeren Suchspiel und nur aufwendiges sortieren nach jedem Einkauf erleichtert die Auswahl der naechsten Scheine ein wenig. Der Euro hat, was die schnelle Unterscheidung angeht eine deutlich bessere Usability. Vor allem beim bezahlen bei schlechtem Licht, wie im Taxi oder in Bars kann man schnell einen fuenfer mit einem zwanziger verwechseln, plant man dann auch noch Trinkgeld zu geben und nimmt das Restgeld nicht an kann einem sehr schnell das Geld fuers Fruehstueck durch die Lappen gehen.
Ein weiteres Problem des Dollars ist die accessibility. Jeder Schein hat die gleiche Groesse und keine tastbaren Merkmale lassen erkennen welchen Wert ein Schein hat. Verschiedene Webseiten erklaeren das amerikanische Blinde entweder verschiedene Banknoten in verschiedenen Taschen lagern, oder eine Falttechnik entwickelt haben, bei der sie jeden Schein fuer sich selber durch einen Knick oder aehnliches markieren. Hierbei muessen sie sich allerdings darauf verlassen bei jedem Schein den sie bekommen genau erklaert zu bekommen um welchen Wert es sich handelt ein leichter Fall fuer Betrugsversuche, beim Wechselgeld. Die sehen anscheinend auch amerikanische Richter so. Seit diesem Spiegel Artikel von 2006 scheint aber noch nicht all zuviel passiert zu sein.
Nun stellt sich die Frage warum die Amerikaner ihre Scheine nicht neu designen. Zum ersten handelt es sich bei dem Dollar vermutlich um etwas was dem Amerikaner sehr ans Herz gewachsen ist. Einfach ein neues Design mit mehr Farbe und anderem Gefuehl koennte eine kleine Revolution, in dem doch oft sehr konservativem Land verursachen. Ein zweites Problem ist vermutlich die Menge an Dollars und die weltweite Verbreitung. Der Dollar ist die einzige Waehrung die fast ueberall auf der Welt akzeptiert wird, in vielen Laendern sind Ersparnisse in Dollarn angelegt um sie vor Inflation zu schuetzen. Eine ploetzliche Entwertung der alten Scheine wuerde ein weltweites Chaos ausloesen. Wie im Spiegel berichtet wird der Dollar langsam Schein fuer Schein geaendert. Dies ist anscheinend der Grund weshalb der zehn Dollar Schein aus dem Stapel so heraus sticht. Ich bin gespannt ob der Dollar ein neues Design bekommt noch bevor die USA das metrische System eingefuehrt hat.
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